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Joe Sakic
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Joseph Steven âJoeâ Sakic ([]; * 7. Juli 1969 in Burnaby, British Columbia) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler und derzeitiger -funktionĂ€r. WĂ€hrend seiner Spielerkarriere absolvierte er zwischen 1988 und 2009 mehr als 1.500 Partien fĂŒr die Nordiques de QuĂ©bec und deren Nachfolge-Franchise, die Colorado Avalanche, auf der Position des Centers. In seiner 20 Spielzeiten dauernden Karriere in der National Hockey League (NHL) gewann er mit der Avalanche unter anderem zweimal den Stanley Cup sowie 2001 als wertvollster Spieler der NHL die Hart Memorial Trophy. Auf internationaler Ebene erreichte er mit der kanadischen Nationalmannschaft unter anderem bei der Weltmeisterschaft 1994 und den Olympischen Winterspielen 2002 den Gewinn der Goldmedaille und wurde somit 2002 in den Triple Gold Club aufgenommen.
Sakic wurde 1992 zum KapitĂ€n der Nordiques ernannt und hatte dieses Amt bis zu seinem Karriereende 2009 in Colorado inne. Zum Zeitpunkt seines Karriereendes belegte er den achten Platz auf der Liste der erfolgreichsten Scorer der NHL-Geschichte. Sein Stammverein Colorado Avalanche ehrt den Spieler damit, dass seine RĂŒckennummer 19 seit seinem RĂŒcktritt vom aktiven Sport nicht mehr vergeben wird. Zwei Jahre nach seinem RĂŒcktritt nahm er im April 2011 einen Posten im Vorstand der Avalanche an und ist seit 2014 deren General Manager. Im November 2012 wurde Joe Sakic in die Hockey Hall of Fame aufgenommen, bevor er 2017 auch in die IIHF Hall of Fame gewĂ€hlt wurde.
Contents
âą Karriere
âą International
âą Sonstiges
âą International
âą Sonstiges
âą Rekorde
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Karriere
FrĂŒhe Jahre (1969â1988)
Joe Sakic wurde als Sohn kroatischer Einwanderer im kanadischen Burnaby geboren.cite-ref-arch-1-0[1] Da im Elternhaus ĂŒberwiegend Kroatisch gesprochen wurde, lernte der Kanadier erst mit dem Eintritt in den Kindergarten Englisch zu sprechen.cite-ref-bleach-2-0[2] Im Alter von vier Jahren besuchte Joe Sakic erstmals ein Spiel der National Hockey League. Nach der Partie der örtlichen Vancouver Canucks gegen die Atlanta Flames entschied der junge Sakic, Eishockeyspieler zu werden.cite-ref-3[3]
Sakic lief 1985/86 in 80 Spielen fĂŒr die Burnaby BC Selects in der British Columbia Amateur Hockey Association auf. Dabei erzielte der Center 83 Tore und insgesamt 156 Scorerpunkte. Daraufhin nahmen die Lethbridge Broncos Sakic unter Vertrag. Bei den Broncos absolvierte der Kanadier 1986 spĂ€t in der Saison seine ersten drei EinsĂ€tze in der Western Hockey League (WHL). Das Franchise zog wĂ€hrend der folgenden Spielzeit nach Swift Current um und nannte sich fortan Swift Current Broncos. Joe Sakic erhielt in der WHL-Saison 1986/87 gemeinsam mit Dennis Holland die Stewart âButchâ Paul Memorial Trophy als WHL-Rookie des Jahres. WĂ€hrend der Saison ereignete sich fĂŒr das Team am 30. Dezember 1986 ein groĂes UnglĂŒck: Als die Broncos zu einem Ligaspiel gegen die Regina Pats unterwegs waren, verlor der Fahrer auf glatter StraĂe die Kontrolle ĂŒber den Mannschaftsbus, wodurch der Bus eine Böschung herabstĂŒrzte. Vier Spieler der Swift Current Broncos verloren bei dem Unfall ihr Leben. Sakic wurde von Glassplittern getroffen und blieb bei dem Unfall unverletzt.cite-ref-average-4-0[4] Der Spieler weigerte sich allerdings wĂ€hrend seiner gesamten Karriere, detailliert ĂŒber den Unfall zu sprechen.cite-ref-5[5] Die jĂ€hrlich vergebene Auszeichnung des besten Spielers der WHL trĂ€gt seit der Saison 1994/95 im Andenken an die vier Verstorbenen den Namen Four Broncos Memorial Trophy.
1987 wurde Joe Sakic beim NHL Entry Draft, einer jĂ€hrlichen Veranstaltung, bei der sich Mannschaften der National Hockey League die Rechte an hoffnungsvollen Nachwuchsspielern sichern können, in der ersten Runde an insgesamt 15. Position von den Nordiques de QuĂ©bec ausgewĂ€hlt. Der Center absolvierte allerdings auf eigenen Wunsch noch eine weitere Saison in der WHL, um sich auf die NHL vorzubereiten.cite-ref-legends-6-0[6] Sakic steigerte seine Punkteausbeute und wurde am Ende der Saison 1987/88 als wertvollster Spieler der WHL ausgezeichnet sowie zum Spieler des Jahres der Canadian Hockey League ernannt. In dieser Saison spielte er zusammen mit seinem jĂŒngeren Bruder Brian in einer Mannschaft.
Nordiques de QuĂ©bec (1988â1995)
Am 6. Oktober 1988 debĂŒtierte Joe Sakic bei einem Spiel der Nordiques gegen die Hartford Whalers in der National Hockey League. Bei dieser Partie erzielte er eine Torvorlage. Sein erstes Tor erzielte er zwei Tage spĂ€ter gegen Torwart Sean Burke von den New Jersey Devils.cite-ref-nhlpa-7-0[7] In seiner Rookie-Saison trug Sakic die RĂŒckennummer 88 statt seiner favorisierten 19, die er schon seit seiner Kindheit trug. Auf Grund guter Leistungen zu Beginn der NHL-Saison 1988/89 galt Sakic als Kandidat fĂŒr die Calder Memorial Trophy, die jĂ€hrlich an den besten Neuprofi vergeben wird. Wegen einer Knöchelverletzung im Dezember 1988 fiel er fĂŒr zehn Spiele aus und konnte nach seiner RĂŒckkehr zum Team seine Punktequote nicht halten. Er beendete seine erste Spielzeit in der NHL mit 62 Punkten aus 70 Partien. Die Calder Memorial Trophy erhielt in diesem Jahr Abwehrspieler Brian Leetch.
Zu Beginn der Saison 1989/90 wechselte Sakic seine RĂŒckennummer zur 19, da deren vorheriger TrĂ€ger Alain CĂŽtĂ© seine Karriere beendete. In seiner zweiten Saison erzielte Joe Sakic erstmals mehr als 100 Scorerpunkte. Diesen Erfolg wiederholte er in der folgenden Spielzeit. Zudem wurde er in dieser Saison zum MannschaftskapitĂ€n der Nordiques de QuĂ©bec ernannt. Das Amt teilte er sich mit Steven Finn â Sakic war KapitĂ€n bei Heimspielen, Finn bei AuswĂ€rtsspielen.cite-ref-8[8] Trotz der guten Leistungen von Sakic waren die Nordiques nach wie vor eines der schlechtesten Teams der Liga. WĂ€hrend der ersten vier Jahre mit Sakic im Team belegte die Mannschaft stets den letzten Platz der Adams Division und von 1989 bis 1991 dreimal in Folge den letzten Platz der gesamten Liga.
Mit Beginn der Spielzeit 1992/93 wurde Joe Sakic alleiniger KapitĂ€n der Nordiques. Unter seiner FĂŒhrung erreichte QuĂ©bec in dieser Saison erstmals seit 1987 wieder die Play-offs. Gleichzeitig wurden teaminterne Rekorde fĂŒr die meisten Siege und Tabellenpunkte in einer Saison aufgestellt. Joe Sakic erzielte zum dritten Mal in fĂŒnf Jahren mehr als 100 Punkte in der regulĂ€ren Saison. Die Nordiques schieden in der ersten Runde der Play-offs in der Best-of-Seven-Serie nach sechs Spielen gegen die MontrĂ©al Canadiens aus. Das Team verpasste 1994 zum wiederholten Male die Play-offs. Vor Beginn der auf Grund eines Lockouts verkĂŒrzten Saison 1994/95 wurden die Nordiques in die Northeast Division versetzt. In dieser Spielzeit gewannen sie erstmals nach 1986 wieder einen Divisions-Titel. Das Aus in den Play-offs folgte erneut in der ersten Runde, diesmal gegen die New York Rangers.
Colorado Avalanche (1995â2009)
Stanley-Cup-Erfolge
Im Mai 1995 verkĂŒndeten die Nordiques de QuĂ©bec den Verkauf des Teams an einen anderen Besitzer. Zu Beginn der Spielzeit 1995/96 zog das Franchise nach Denver im US-Bundesstaat Colorado um und nannte sich fortan Colorado Avalanche. Im ersten Jahr in Denver absolvierte Sakic mit 120 Punkten seine erfolgreichste Saison. Colorado belegte am Ende der Vorrunde hinter den Detroit Red Wings den zweiten Platz der Western Conference. In den anschlieĂenden Play-offs gewann die Avalanche das Conference-Viertelfinale gegen Vancouver, das Conference-Halbfinale gegen Chicago sowie das Conference-Finale gegen Detroit mit 4:2-Spielen. Im Stanley-Cup-Finale spielte Colorado gegen das Siegerteam der Eastern Conference, Florida Panthers. Die Colorado Avalanche besiegte das Team aus Miami mit einem 4:0-Sweep und gewann ihren ersten Stanley Cup. Joe Sakic bestritt alle 22 Play-off-Spiele Colorados, dabei gelangen ihm 18 Tore und 16 Assists. Der Kanadier erhielt im Anschluss an das vierte Spiel in Florida die Conn Smythe Trophy, die jĂ€hrlich an den wertvollsten Spieler der Play-offs vergeben wird.
In der Saison 1996/97 bestritt der Center auf Grund einer Wadenverletzung nur 65 von 82 möglichen Spielen. Das Franchise gewann zum dritten Mal in Folge einen Divisions-Titel und zum ersten Mal ĂŒberhaupt die Presidentsâ Trophy als punktbestes Team der regulĂ€ren Saison.cite-ref-nhlpa-7-1[7] In den anschlieĂenden Play-offs scheiterte die Avalanche im Finale der Western Conference an den Detroit Red Wings. Sakics Vertrag lief am Ende der Spielzeit aus und wurde nicht vorzeitig verlĂ€ngert. Im Sommer 1997 unterschrieb der Kanadier als Restricted Free Agent einen so genannten Offer Sheet, eine Art Vertragsangebot. Der angebotene Vertrag kam von den New York Rangers, hatte eine Laufzeit von drei Jahren und sprach Sakic ein jĂ€hrliches Festgehalt von 7 Millionen US-Dollar zu.cite-ref-legends-6-1[6] Auf Grund der in den NHL-Regularien festgelegten Bindung zum aktuellen Verein als Restricted Free Agent hatte die Colorado Avalanche eine Woche Zeit, ein gleichwertiges Angebot zu unterbreiten, um den Spieler im Team zu halten, was sie auch taten. Die hohe Gehaltsaufstockung fĂŒr ihren KapitĂ€n â von vorher 3,1 Millionen US-Dollar pro Spielzeit auf 7 Millionen US-Dollar â ebnete den Weg fĂŒr viele weitere Gehaltserhöhungen in der NHL.cite-ref-9[9]
WĂ€hrend der NHL-Saison 1999/2000 erreichte Joe Sakic mehrere persönliche Meilensteine. Am 27. Dezember 1999 gab der StĂŒrmer bei einem Spiel gegen die St. Louis Blues eine Torvorlage, was gleichzeitig sein 1000. Punkt in der National Hockey League war. Knapp drei Monate spĂ€ter erzielte er gegen die Phoenix Coyotes einen Hattrick, womit er die persönliche Marke von 400 NHL-Toren erreichte. Diese drei Tore schraubten auĂerdem seine Punkteanzahl auf 1049, womit er Peter Ć Ć„astnĂœ als erfolgreichsten Scorer des QuĂ©bec/Colorado-Franchises ĂŒberholte.cite-ref-nhlpa-7-2[7]
Die Saison 2000/01 verlief fĂŒr Sakic und die Colorado Avalanche ĂŒberaus erfolgreich. Der Center beendete die regulĂ€re Saison mit 118 Scorerpunkten und stellte mit 54 erzielten Toren eine persönliche Bestmarke auf. Colorado war am Ende der regulĂ€ren Saison mit 118 Punkten das beste Team der NHL und erhielt die zweite Presidentsâ Trophy. In den Play-offs besiegte die Avalanche im Conference-Viertelfinale die Vancouver Canucks, im Conference-Halbfinale die Los Angeles Kings und im Conference-Finale die St. Louis Blues. Im Stanley-Cup-Finale gewann Colorado die Best-of-Seven-Serie gegen die New Jersey Devils mit 4:3-Spielen. Sakic absolvierte 21 Play-off-Partien und erzielte dabei 26 Punkte, mehr als jeder andere Spieler. Der Kanadier erhielt im Anschluss an diese Spielzeit die Hart Memorial Trophy und den Lester B. Pearson Award fĂŒr den wertvollsten Spieler der regulĂ€ren Saison, sowie die Lady Byng Memorial Trophy fĂŒr den fairsten Spieler mit gleichzeitig hohem sportlichen Standard. Nach der Saison unterschrieb der Kanadier einen neuen FĂŒnfjahresvertrag im Wert von 50,5 Millionen US-Dollar, wodurch er einer der bestbezahlten Spieler der Liga wurde.cite-ref-10[10]
Am 9. MĂ€rz 2002 absolvierte Joe Sakic sein 1000. NHL-Spiel. In derselben Saison erreichte die Avalanche erneut das Western Conference-Finale und unterlag dem langjĂ€hrigen Rivalen und spĂ€teren Stanley-Cup-Gewinner Detroit Red Wings. In der Spielzeit darauf fehlte der Angreifer auf Grund von Verletzungen seinem Team fĂŒr 24 Spiele, ein Jahr spĂ€ter war er mit 87 Punkten drittbester Scorer der NHL. Colorado verpasste zum ersten Mal nach 1995 den Divisions-Titel, die neun in Folge gewonnenen Titel sind aber bis heute Rekord in der NHL.cite-ref-11[11]
Nach dem Lockout
Nach dem Lockout in der NHL-Saison 2004/05 war Colorado gezwungen, mehrere Spieler abzugeben, um unter der neu eingefĂŒhrten Gehaltsobergrenze (Salary Cap) zu bleiben.cite-ref-12[12] Die langjĂ€hrigen LeistungstrĂ€ger Peter Forsberg und Verteidiger Adam Foote mussten das Team verlassen; Sakic, sowie Rob Blake und weitere Stars, konnten gehalten werden. Trotz der Verluste erreichte die Avalanche das Western Conference-Halbfinale, wo das Team gegen die Mighty Ducks of Anaheim verlor. Im Anschluss an die Spielzeit unterschrieb Joe Sakic, mittlerweile 36 Jahre alt, einen Einjahresvertrag fĂŒr die Saison 2006/07.cite-ref-13[13] In dieser Spielzeit erreichte er am 15. Februar 2007 im Spiel gegen die Calgary Flames als 17. NHL-Spieler ĂŒberhaupt die 600 Tore-Marke.cite-ref-14[14] Im letzten Spiel der Saison erzielte er im Alter von 37 Jahren seinen 100. Saisonpunkt, was ihn nach Gordie Howe zum zweitĂ€ltesten Spieler in der NHL-Geschichte machte, der in einer Saison 100 Scorerpunkte erreichte.cite-ref-15[15] Die Colorado Avalanche verpasste zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Play-offs.
Im April 2007 unterschrieb Sakic erneut nur einen Einjahresvertrag, da er in dieser Phase seiner Karriere seine Leistung von Saison zu Saison neu einschĂ€tzte und bewertete.cite-ref-16[16] Der StĂŒrmer wurde im Anschluss an die Saison 2006/07 von der NHL zum zweiten Mal nach 2001 fĂŒr die Lady Byng Memorial Trophy nominiert, die Auszeichnung ging allerdings an Pawel Dazjuk.cite-ref-17[17] Auf Grund von Verletzungen bestritt er in der Saison 2007/08 nur 44 von 82 möglichen Spielen. Am 22. MĂ€rz 2008 gab er gegen die Edmonton Oilers seine 1000. Torvorlage, er wurde der elfte Spieler in der NHL-Geschichte, der ĂŒber 1000 Assists erzielte.cite-ref-18[18] Die Avalanche qualifizierten sich fĂŒr die Play-offs und schieden im Western Conference-Halbfinale gegen die Detroit Red Wings aus.
Joe Sakic unterschrieb am 27. August 2008 fĂŒr seine 20. NHL-Spielzeit einen mit 6 Millionen US-Dollar dotierten Einjahresvertrag.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Der Center absolvierte allerdings nur die ersten 15 Spiele, da ihn ein Bandscheibenvorfall frĂŒh in der Saison vom Spielbetrieb ausschloss. AuĂerdem verletzte er sich der Kanadier am 9. Dezember 2008 bei Heimarbeiten mit einer SchneefrĂ€se an der Hand. Er erlitt eine Sehnenverletzung und brach sich drei Finger.cite-ref-21[21] Sakic konnte sich von seinen Verletzungen nicht rechtzeitig erholen und verpasste die restlichen Spiele der Saison.
Nach insgesamt 1550 NHL-Spielen, 709 Toren, 1120 Torvorlagen und 1829 Punkten fĂŒr das Franchise, das ihn 1987 gedraftet hatte, erklĂ€rte Joe Sakic am 9. Juli 2009 seine Profilaufbahn fĂŒr beendet. Als Hauptgrund fĂŒr sein Karriereende nannte der Kanadier, dass seine erlittenen Verletzungen es nicht mehr erlaubten, der Spieler zu sein, der er sein wollte.cite-ref-tsn1-22-0[22] Bereits in einem Interview im Januar 2007 sagte Sakic, dass er nur so lange Spielen wird, wie er noch eine fĂŒr ihn ansprechende Leistung abrufen kann.cite-ref-average-4-1[4] Der Center hatte ursprĂŒnglich auf eine weitere Spielzeit sowie eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in seiner Heimatstadt Vancouver gehofft. Diese Planungen musste er auf Grund seines körperlichen Zustandes verwerfen.cite-ref-si-23-0[23]
International
Joe Sakic vertrat sein Heimatland Kanada bei insgesamt acht internationalen Wettbewerben. Den ersten Einsatz fĂŒr die kanadische Nationalmannschaft hatte er bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1988, bei der die Kanadier die Goldmedaille gewannen. Bei der Weltmeisterschaft 1991 gewann er mit seinem Team die Silbermedaille und steuerte in zehn Spielen elf Scorerpunkte bei. FĂŒr den Canada Cup 1991 erhielt der Center eine Einladung, wurde aber wegen seiner ungenĂŒgenden Beinarbeit kritisiert und nicht fĂŒr das Team nominiert.cite-ref-legends-6-2[6]
Sein erstes Gold als Profi bei einer internationalen Veranstaltung gewann er bei der Weltmeisterschaft 1994, nachdem die Kanadier die schwedische Auswahl nach Penalty-SchieĂen bezwangen. Beim World Cup of Hockey 1996 erreichte er mit seinem Team nach einer Finalniederlage gegen die US-Amerikaner den zweiten Platz, beim selben Turnier acht Jahre spĂ€ter besiegte die kanadische Auswahl die finnische Nationalmannschaft und belegte den ersten Rang.
Seinen ersten Einsatz bei Olympischen Winterspielen hatte Joe Sakic 1998 im japanischen Nagano, ein Medaillenrang wurde jedoch verfehlt. Bei den Spielen von 2002 in Salt Lake City spielte Sakic in einer Angriffsreihe mit Mario Lemieux und Paul Kariyacite-ref-24[24] und erzielte bei diesem Turnier in sechs Spielen sieben Scorerpunkte. Damit war der LinksschĂŒtze erfolgreichster kanadischer Scorer. Der Angreifer fĂŒhrte die Kanadier zu ihrer ersten olympischen Goldmedaille seit 50 Jahren. Im Finalspiel des Wettbewerbs gegen die US-amerikanische Mannschaft erzielte der Center zwei Tore. Im Anschluss an die Partie wurde Sakic zum wertvollsten Spieler des Turniers gewĂ€hlt und in den Triple Gold Club aufgenommen.cite-ref-point-25-0[25] Bei den Winterspielen 2006 lief Sakic fĂŒr die kanadische Mannschaft als KapitĂ€n auf, das Team verfehlte jedoch die MedaillenrĂ€nge und belegte den siebten Platz.cite-ref-26[26]
Karrierestatistik
Internationale Wettbewerbe
(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/â = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Ăberzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollstĂ€ndig)
Spielstil und Persönlichkeit
Hervorstechendes spielerisches Merkmal Sakics war sein auĂergewöhnlicher Handgelenkschuss, der wĂ€hrend seiner Karriere als sein persönliches Markenzeichen bezeichnet wurde. Auch seine Geschwindigkeit, SpielĂŒbersicht sowie die FĂ€higkeit, in wichtigen Momenten die Ruhe zu bewahren, wurden positiv erwĂ€hnt.cite-ref-average-4-2[4]cite-ref-ordinary-27-0[27] Seine ruhige Persönlichkeit spiegelte sich sowohl in seiner Spielweise auf dem Eis, als auch in seinem FĂŒhrungsstil als MannschaftskapitĂ€n wider. So erhielt er 2001 die Lady Byng Memorial Trophy, die auch als Gentleman-TrophĂ€e bezeichnet wird. Der Kanadier wurde unter Teamkollegen und Gegenspielern als meist respektierte Person der Liga angesehen.cite-ref-thn-28-0[28] Sakic galt als KapitĂ€n, der sein Team weniger durch Worte denn durch Taten zu motivieren versuchte, eine Einstellung, die er in jungen Jahren von seinen Eltern beigebracht bekommen hatte.cite-ref-find2-29-0[29]
Den ehemaligen Cheftrainer der Avalanche, Marc Crawford, beeindruckte vor allem Sakics Wille und Entschlossenheit. Auch habe er nie das GefĂŒhl gehabt, ihn zu trainieren, sondern mit ihm zusammenzuarbeiten.cite-ref-cbc-30-0[30] Lobend erwĂ€hnt wurde auch sein Passspiel sowie seine besonders hohe Spielintelligenz.cite-ref-31[31] So sagte sein ehemaliger Trainer Joel Quenneville, Sakic wĂŒrde instinktiv immer einen Schritt voraus denken.cite-ref-arch-1-1[1]cite-ref-si-23-1[23]
In einem Interview 2007 sagte Wayne Gretzky, er empfiehlt jungen Centern, die auf der Suche nach einem Vorbild sind, sich an Joe Sakic zu orientieren.cite-ref-average-4-3[4]
Einer der prĂ€gendsten Momente in Sakics Karriere folgte im Anschluss an Colorados zweiten Stanley-Cup-Gewinn 2001. Teamkollege Ray Bourque war am Ende seiner 22. NHL-Saison und zum Zeitpunkt des Titelgewinns punktbester Verteidiger aller Zeiten sowie der Spieler mit den meisten EinsĂ€tzen in der National Hockey League, ohne die Meisterschaft zu gewinnen. Anstatt, wie sonst in der Rolle des MannschaftskapitĂ€ns ĂŒblich, als erster Spieler den Pokal in die Höhe zu stemmen, reichte Sakic den Cup direkt an Bourque weiter. Diese Geste wird hĂ€ufig als Beispiel von Sakics Charakter sowie seines FĂŒhrungsstils gewertet.cite-ref-bleach-2-1[2]cite-ref-si-23-2[23]cite-ref-32[32]
Nach der Karriere
Nach Sakics Karriereende am Ende der NHL-Saison 2008/09 war die Trainerposition der Colorado Avalanche vakant, da der damalige Cheftrainer Tony Granato im Anschluss an diese Saison entlassen wurde.cite-ref-33[33] Dies nĂ€hrte schnell Spekulationen, er könne den Posten ĂŒbernehmen. Sakic selbst hatte jedoch kein Interesse, eine Profi-Mannschaft zu trainieren.cite-ref-34[34]
Sein Trikot mit der RĂŒckennummer 19 wurde am 1. Oktober 2009 vor Colorados Eröffnungsspiel der Saison 2009/10 gegen die San Jose Sharks im Rahmen einer feierlichen Zeremonie von der Colorado Avalanche unter die Hallendecke des Pepsi Centers in Denver gehĂ€ngt. Sie wird nie wieder an einen Spieler der Avalanche vergeben werden.cite-ref-avs1-35-0[35] Sakic ist der dritte Spieler der Avalanche, nachdem Verteidiger Ray Bourque und Torwart Patrick Roy, dem diese Ehre zuteilwurde.
Im Dezember 2010 ĂŒbernahm Sakic fĂŒr Colorado reprĂ€sentative Aufgaben bei einer NHL-Exekutivrats-Besprechung. Im MĂ€rz 2011 gab das Team bekannt, dass der Kanadier Vorstandsmitglied der Avalanche werden wird.cite-ref-36[36] Einen Monat spĂ€ter wurde er zum leitenden Berater und Alternativ-PrĂ€sidenten der Colorado Avalanche ernannt.cite-ref-37[37] Nachdem er bereits in dieser Funktion die Mehrzahl an Personalentscheidungen getroffen hatte, ersetzte er nach der Saison 2013/14 endgĂŒltig Greg Sherman als General Manager, der ihm fortan als Assistent zur Seite stand.cite-ref-38[38] Unter einer Ăgide gewann Colorado in den Playoffs 2022 den dritten Stanley Cup der Franchise-Geschichte. Zudem wurde er mit dem NHL General Manager of the Year Award geehrt. Im Anschluss an den Erfolg zog sich Sakic als General Manager zurĂŒck, ĂŒbergab das Amt an Chris MacFarland und wurde zum President of Hockey Operations befördert.
Am 12. November 2012 wurde Joe Sakic in die Hockey Hall of Fame aufgenommen.cite-ref-39[39] Im Januar 2017 wÀhlte man ihn auch in die IIHF Hall of Fame.
Sonstiges
Joe Sakic hat mit seiner Frau Debbie drei Kinder. Der Kanadier ist leidenschaftlicher Golfer, jeden Sommer veranstaltet er ein WohltĂ€tigkeits-Golfturnier.cite-ref-40[40] FĂŒr dieses soziale Engagement erhielt er 2007 von der National Hockey League den NHL Foundation Player Award.cite-ref-41[41] In seiner Heimatstadt Burnaby wurde eine StraĂe nach Sakic benannt, die direkt an einem Junioren-Eishockeyfeld entlang verlĂ€uft.cite-ref-average-4-4[4]
In British Columbia ist er als Burnaby Joe bekannt, wĂ€hrend er im US-Bundesstaat Colorado oft als Super Joe bezeichnet wird.cite-ref-average-4-5[4] Mit Journalisten und Reportern machte er sich öfter ĂŒber seinen dritten Spitznamen Quoteless Joe lustig, da er in Interviews meist nur farblose und uninteressante Kommentare von sich gab.cite-ref-ordinary-27-1[27] Am 20. April 2010 wurde Joe Sakic in die Colorado Sports Hall of Fame aufgenommencite-ref-42[42], im September desselben Jahres folgte die Aufnahme in die British Columbia Sports Hall of Fame.cite-ref-43[43]
Erfolge, Auszeichnungen und Rekorde
Canadian Hockey League
National Hockey League
International
Sonstiges
âą 2002 Aufnahme in den Triple Gold Club
âą 2010 Aufnahme in die Colorado Sports Hall of Fame
âą 2010 Aufnahme in die British Columbia Sports Hall of Fame
âą 2012 Aufnahme in die Hockey Hall of Fame
âą 2017 Aufnahme in die IIHF Hall of Fame
Rekorde
Franchiserekorde Nordiques de Québec
RegulÀre Saison
Statistik seit der NHL-Zugehörigkeit der Nordiques 1979
Franchiserekorde Colorado Avalanche
RegulÀre Saison
Play-offs
Mit insgesamt 17 Spielzeiten als MannschaftskapitĂ€n hĂ€lt Joe Sakic den Franchiserekord in dieser Kategorie; ligaweit war nur Steve Yzerman, der in 19 Saisons die Detroit Red Wings als KapitĂ€n anfĂŒhrte, lĂ€nger als SpielfĂŒhrer eines Teams aktiv.
Weblinks
Commons
: Joe Sakic
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Joe Sakic in der Datenbank der National Hockey League (nhl.com)
âą Joe Sakic in der Datenbank der Hockey Hall of Fame (hhof.com)
âą Joe Sakic bei hockeydb.com (englisch)
âą Joe Sakic bei eliteprospects.com (englisch)
Einzelnachweise
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